Im Jahr 2012 verfasste unsere pädagogische Mitarbeiterin Gitanjali Schmelcher im Rahmen ihres Studiums der Erziehungswissenschaft eine Magisterarbeit zum Thema Rapucation im Unterricht. Es folgt die Einleitung der Arbeit.
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Gitanjali Schmelcher

Entwicklung von Ansätzen eines didaktischen Konzepts zur Arbeit mit Rapucation im Unterricht der Jahrgangsstufen 5 und 6 (Magisterarbeit)

 

Zielsetzung und Aufbau

Die vorliegende Magisterarbeit wagt den Versuch, sich einem Medium, das auf den ersten Blick nicht mit einem Schulkontext in Verbindung gebracht wird, auf didaktische Weise zu nähern. Es handelt sich um Rapsongs des Berliner Projekts Rapucation, deren Inhalte schulrelevante Themen sind.
Die beiden Wörter Rap und Education verbinden sich zu einem Namen, der die Ambitionen des Projekts treffend ausdrückt. Die Songs stellen eine Lernhilfe dar, die bereits vereinzelt durch engagierte Lehrkräfte Einzug in den Schulalltag gefunden haben.
Die Grundidee von Rapucation lässt vermuten, dass die Songs ein Lernmedium darstellen, welches attraktiv und motivierend sein kann. Warum der Einsatz bis heute dennoch nicht auf breiterer Ebene erfolgt, mag daran liegen, dass mit Rap eine eher negative Assoziation verbunden wird. Die in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit stehenden Rapper prägten ein Bild vom Rap, welches oft mit der Bezeichnung "Gangster-Rap" einhergeht.

Das Ziel der Arbeit besteht darin, die bisherigen Lernmöglichkeiten der Rapucation- Songs aufzuzeigen und sie in Bezug zu aktuellen Anforderungen von Lernen in der Schule zu setzen.
 Dafür erfolgt zunächst ein Überblick der Erkenntnisse des Lernens aus verschiedenen Disziplinen. Ein Verständnis von Lernen hilft nachzuvollziehen, welche Ansprüche an Lernprozesse gestellt werden. Die Schule, deren Aufgabe es ist, durch Unterricht Lernprozesse zu optimieren, profitiert von diesem Wissen. Aus diesem Grund werden Vorstellungen von erfolgreichem Lernen angeführt, die mit der Bedeutung von Motivation, Interesse und Emotion für den Lernprozess abschließen.
Hier schließt die Thematik Rap im Bildungskontext an. Der besondere Stellenwert von Musik, insbesondere in Verbindung mit der Lern- und Erfahrungswelt Hip Hop wird betrachtet. Eine Analyse der Grundlagen von Rap führen zu aktuellen Projekten, die eine Verbindung zwischen dem Musikgenre und Lernen herstellen. Rapucation zählt dazu. Besonderheiten der Songs und ein Feldversuch zur Relevanz als Lernmedium werden betrachtet.
Es werden vorhandene Stärken des Mediums genannt und in Bezug zu Anforderungen an Methoden gesetzt. Da davon ausgegangen wird, dass weitere ungenutzte Potenziale vorhanden sind, sollen diese schlussendlich in Form von Ansätzen eines didaktischen Konzepts mit heutigen Vorstellungen von erfolgreichem schulischen Lernen verglichen und weiterentwickelt werden.
Eine kritische Betrachtung des Projekts Rapucation sowie die Hintergründe zur eigenen Motivation eröffnen den praktischen Teil. Die Wahl der Zielgruppe und der inhaltliche Rahmen werden erläutert. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Entwicklung von Ansätzen eines didaktischen Konzepts zur Arbeit mit den Rapucation- Songs im Unterricht der Jahrgangsstufen 5 und 6.
Im Fazit wird herausgestellt, wie die erarbeiteten Ansätze in Zukunft erweitert werden können. Dazu werden Möglichkeiten zu empirischer Forschung genannt.

Diese Arbeit möchte einen Teil zu der in vielen bildungspolitischen Diskussionen entfachten Frage beitragen, wie Kompetenzerwerbsprozesse von Kindern und Jugendlichen optimiert werden könnten. Veränderungen der Gesellschaft und stetiger Wandel lassen vermuten, dass die Suche nach vielseitigen Wegen zur Wissensvermittlung nicht abgeschlossen ist.