Schlagwort: Adventskalender

  • RfJ-Adventskalender (12): SWR-Doku

    RfJ-Adventskalender (12): SWR-Doku

    Diese Dokumentation lief am 30.09.2012 im SWR. Einerseits zeigt sie echt gute Bilder und lässt ab und zu die Rappassagen schön lange laufen, andererseits kommen mir manche Sachen viel zu kurz. Natürlich hätte ich mir persönlich mehr Statements zu Rap, Flow und Texten gewünscht. Aber auch die Arbeit der Band und vorallem die Beatproduktion mit Prokofjew-Samples gehen völlig unter.
    Schön, dass wenigstens ab 32:53 mal gezeigt wird, dass es durchaus auch Kontroversen gab. Das, was ich da anspreche, gilt übrigens auch für die Doku an sich: Die Eigenheiten, die guten Rap ausmachen, sind für den Nicht-Kenner scheinbar völlig mysteriös und deshalb nicht wichtig. Texte, Flows, Beats, Attitüde usw. sind aber nun mal nicht beliebig.

    Und dann noch diese schreckliche Schrift am Anfang! Wenn ihr einen authentischen Tag-Font sucht: Hier!

  • RfJ-Adventskalender (11): Das Programmheft

    RfJ-Adventskalender (11): Das Programmheft

    Heute gibt es das Programmheft der Aufführung als Download. Ihr findet eine Menge Informationen zu den Darstellern, Schauspielern, Coaches, zum Bühnenbild usw. Außerdem ist ein Großteil der Raplyrics (die an einigen Stellen leider völlig willkürlich gekürzt wurden) enthalten. Viel Spaß!

  • RfJ-Adventskalender (10): Hani & Billi

    RfJ-Adventskalender (10): Hani & Billi

    Die beiden kann man nicht trennen, sie waren vor dem Projekt beste Freunde und sind es natürlich auch danach geblieben. Anfangs dachten wir, es wäre überhaupt nicht gut für die Gruppe, zwei Freunde mitzunehmen. So entschieden wir uns nach langem Hin und Her für Hani und erteilten Billi eine Absage. Da uns kurz vor Drehbeginn jedoch ein anderer Wunschkandidat absprang, mussten wir einfach Billi nehmen, er war nun mal besser als die meisten anderen im Casting. Im Endeffekt war es die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Die beiden waren komplett offen zum Rest der Truppe und haben sich kein bißchen separiert.
    Nach dem Projekt entstand ihr Video „Wie es angefangen hat“, das in der zweiten Strophe auch von Romeo feat. Julia handelt:

    [youtube]qvnRqux7M7A[/youtube]

    Wenn die beiden mal wieder richtig scheiße gebaut haben (Man kann ja mal in einer hochkonzentrierten Probe voll ins aufgedrehte Mikrofon furzen!) und sie Ärger bekommen haben, musste ich höllisch aufpassen, mich nicht komplett wegzuschmeißen vor Lachen. Das hätte sie wahrscheinlich weiter animiert, aber in Anbetracht der Wichtigkeit der Proben und der kurzen Zeit behielt ich lieber die autoritäre Maske auf, was aber nur in der Hälfte der Fälle gelang.

    Es ist mir auch bis heute ein Rätsel, wie sie das am Ende mit dem Tanzen hinbekommen haben, wenn man sich das Video einer Tanzprobe mit Hani und Billi in der letzten Reihe anschaut:

    [youtube]MbxPi1aC4CQ[/youtube]

    Danke Hani und Billi! Viel Erfolg, ob als Autoverkäufer, Politiker oder Rapper! Und besucht uns mal wieder in Berlin, wie hier zusammen mit der pädagogischen Betreuerin des Projekts Gitanjali Schmelcher:

    Wer mehr über Hani & Billi wissen möchte, checkt ihre Facebook-Seite und abonniert ihren YouTube-Channel. Hier ist noch ein Artikel über sie aus dem Remscheider General-Anzeiger.

  • RfJ-Adventskalender (9): Pressespiegel

    RfJ-Adventskalender (9): Pressespiegel

    Wir haben für euch die interessantesten der vielen Berichte und Interviews zum „Romeo feat. Julia“-Projekt zusammengetragen.

    In diesem Radiointerview mit dem SWR2 geht es um meine Arbeit als Texter des Stückes: [audio:http://rapucation.de/wp-content/uploads/2012/11/rapucation_RfJ_swr2_12.07.2012.mp3|titles=SWR2 (12.07.2012)]

  • Hier erzählt der Leiter der Band, die Beatzarres Studioproduktionen zu Liveversionen formte, über den Entstehungsprozess in einem SWR-Pressegespräch:

  • RfJ-Adventskalender (8): Schnappschüsse

    RfJ-Adventskalender (8): Schnappschüsse

    Hier sind ein paar Schnappschüsse, die in den Drehpausen während des Romeo feat. Julia-Projekts entstanden sind:


    Bei der Luft in der Jungs-WG überlebt keine Blume!


    Die Amoretten schenken Amor Anna Spezial-Schokolade.


    Nach der Premiere versuche ich vergeblich, mit Amors Flügelchen in die Luft zu steigen.

  • RfJ-Adventskalender (7): Anna

    RfJ-Adventskalender (7): Anna

    Anna überzeugte uns seinerzeit beim Casting mit einer Interpretation von Eko Freshs „Gheddo“. Als alle noch dachten, sie hätte Texthänger, wusste ich, dass sie einfach die expliziten Textstellen nicht mitrappte. Dass sie, obwohl sie keine ausgewiesene Rapperin war, nach diesen Zensurpausen immer wieder in den Takt kam, überzeugte mich. Zusätzlich faszinierte die Regisseurin und mich das Mysteriöse, das Anna umgibt. Während es in der achtköpfigen Truppe meistens sehr laut zu ging, machte sie kein großes Tamtam und chillte mit sich und der Welt. Immer freundlich, doch mit einem Hauch Unnahbarkeit und einer Prise Melancholie, war sie der perfekte Amor für unser Projekt.

    Hier seht ihr sie bei einer frühen Probe in der noch sehr unfertigen Halle, leider sehr weit weg:

    [youtube]b5GKOCDDZNg[/youtube]

    Und hier macht sie Quatsch in einer Drehpause:

    [youtube]xIZB8AeZzts[/youtube]

    Danke, Anna!

  • RfJ-Adventskalender (6): Europa

    RfJ-Adventskalender (6): Europa

    Unser Geschenk zum Nikolaus hat zwar nichts mit Romeo feat. Julia zu tun, ist aber trotzdem etwas ganz Besonderes.
    Normalerweise entwickeln wir Rapsongs, mit denen man lernen kann. Heute schenken wir euch den Song „Europa“, den viele von euch schon kennen werden. Ganz neu ist allerdings das dazugehörige Material, das Gitanjali Schmelcher im Rahmen ihrer Magisterarbeit entwickelt hat.

    In dem 13-seitigen PDF findet ihr die Arbeitsanweisungen und drei teils mehrseitige Arbeitsbögen. Diese könnt ihr euch ausdrucken und mit Hilfe des Songs lösen. Wenn ihr fertig seid, könnt ihr eure Eintragungen mit den Lösungsbögen vergleichen, die ebenfalls im PDF enthalten sind.
    Schickt den Song und das Material euren Freunden oder sogar eurem Lehrer für eine etwas andere Unterrichtsstunde!

    So sehen die Arbeitsbögen aus:

  • RfJ-Adventskalender (5): Die Texte

    RfJ-Adventskalender (5): Die Texte

    Für das Theaterprojekt Romeo feat. Julia schrieb Robin Haefs von Rapucation die Raplyrics, die die acht rappenden Jugendlichen auf der Bühne performen sollten. Am Ende dieses Beitrags findet ihr unsere Vorversion von „Rebellenpack“, die in der zweiten Folge der KiKa-Doku zu hören war.

    Für das Projekt fügte die Regisseurin Sigrun Fritsch nach einer Idee der Produktionsfirma nordisch Passagen aus Shakespeares Meisterwerk und Musikstücke aus Prokofjews gleichnamigem Ballett zusammen. Letztere wurden später vom Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gespielt und von Tänzern der Dance Academy Freiburg choreographiert.


    Regisseurin Sigrun Frisch

    Für Romeo feat. Julia wurden zehn Rollen festgesetzt. Zwei davon, die Amme und Pater Lorenzo, wurden von Erwachsenen gespielt und sollten Shakespeares Text in einer relativ modernen Übersetzung sprechen.
    Der Großteil der Shakespeare-Teile sollte von Jugendlichen gerappt werden. Dabei gingen die Vorstellungen, wie sich das ganze anhören sollte, zwischen Regisseurin und uns weit auseinander. Während die Regisseurin (und viele andere aus dem Team) lange dachten, wir könnten den übersetzten Original-Text lediglich in einen Takt stampfen und den Kindern die Performance dazu beibringen, wollten wir moderne Rapversionen aus den einzelnen Teilgeschichten produzieren. Für uns war klar, dass die Texte geändert werden mussten. Shakespeare (und seine Übersetzter) haben nicht für Rapper geschrieben. Weder die Silbenstruktur noch die Reime noch der Textaufbau eignen sich dafür.


    Robin Haefs (Texte) und Vincent Stein alias Beatzarre (Musik)

    Wir produzierten also einen Beispielsong nach unserem Geschmack mit vager Beibehaltung des Themas, Doppelreimen, Refrain und modernem Wortschatz. Gefiel der Regisseurin kein bisschen. Man muss dazu sagen, dass es mittlerweile Mitte Dezember 2011 war. Der erste Workshop mit den Jugendlichen war für Februar 2012 angesetzt und wir hatten noch keine Einigung über die Songs, dem Herzstück des Projektes. Immerhin mussten noch elf Tracks geschrieben, produziert, aufgenommen und gemischt werden.
    Die Regisseurin verbat sich jede Abweichung von Shakespeares Stück, wir jede Abweichung vom raptypischen Sound. Aber eine Lösung musste her: Zwischen Weihnachten und Neujahr bewegten wir uns ein Stück Richtung Kompromiss und machten der Regisseurin einen neuen Vorschlag. Sie war begeistert. Und ehrlichgesagt sind wir es immernoch, denn wir haben – auch durch den Druck von Sigrun Fritsch – mit den Texten für Romeo feat. Julia etwas vollkommen Neues erschaffen.

    Da die Vorgabe war, das Stück nicht zu ändern, wir aber niemals unrapbare Zeilen rappen würden, baute Robin Haefs in unglaublicher Kleinarbeit Rapversionen, die Shakespeares nicht zu toppenden Inhalt mit authentischer Raptechnik verbinden.
    Um den Sinn nicht zu ändern und trotzdem Flow und gute Reime zu erhalten, mussten mehrere Übersetzungen zu Rate gezogen, massenhaft Synonyme erforscht (die natürlich immer in den altertümlichen Wortschatz passen mussten), Sätze hunderte Male umgebaut und – am allerwichtigsten – erstmal jede Zeile verstanden werden.
    Letzteres gestaltete sich z. B. bei dem berühmten Monolog Mercutios, bei dem er Frau Mab als „der Feenwelt Entbinderin“ beschreibt, als nicht so einfach. Es bedeutet übrigens, dass Frau Mab die Traumwelt gebärt, also Träume erfindet. Im Song heißt es dann „Wunderbar, die Kinderfee/ entlässt ihre Träume auf irdische Seelen“. Während sich Deutschlehrer noch über den unsauberen Reim aufregen, sieht der Rapkenner schon den Doublerhyme. Raptexte lesen geht nicht. Was hierbei nämlich immer fehlt ist der Flow, das wichtigste Element von Rap, das auch unglaublich unsauber erscheinende Reime erlaubt.


    Die Recherche zu den Texten füllte einen ganzen Aktenordner.

    Wo wir bei Frau Mab sind: Der Originaltext ist krass. Shakespeare beschreibt sie als Wesen, das in einer halben Nussschale mit einer Grille als Zugpferd durch unser Nasenloch fährt um uns Träume zu bringen. Kann man nicht besser machen, aber wir können mit Rap den Inhalt durch ganz neue Ebenen unterstützen. Der Flow ist extra monoton und beschwörend, was die Aufzählung der Eigenschaften Frau Mabs unterstreicht. Die einzelne Originalzeile „Frau Mab hat dich nachts im Schlaf besucht“ wurde von uns häufiger, nämlich alle acht Takte eingebaut. Diese Wiederholung verstärkt das Hypnotische in Mercutios Ansprache zu Romeo. Wenn alle acht Takte die gleiche Zeile kommt, muss sich natürlich in jedem siebten Takt ein (Doppel-)Reim darauf finden, dessen Inhalt jedoch durch Shakespeare vorgegeben ist. Viel Spaß beim Nachmachen!

    Ganz anders ist der Flow des ersten Songs des Stückes. Über einen Brachial-Beat erzürnt sich der Prinz über die streitenden Familien. Es geht um den Ausdruck von Wut durch Staccato-Flow und um Hektik, vertont durch Enjabements (Rappen über das Zeilenende hinaus). Die Erschütterung des Prinzen und seine Sprachlosigkeit wird durch Flow-Pausen dargestellt. Diese sind genauso wichtige Bestandteile der Lyrics wie die Wörter.

    Hier könnt ihr unsere Vorversion hören, die später vom Prinzen gerappt wurde:
    [audio:http://rapucation.de/wp-content/uploads/2012/10/rebellenpack.mp3]


    Der Prinz

    Passende Flows waren uns extrem wichtig. Und so finden sich im weiteren Verlauf des Stückes alle erdenklichen Arten dieses stimmungsgebenden Phänomens, das man so schwer erklären kann. Sogar offene Menschen mit kulturellem oder sogar musikalischem Hintergrund, die jedoch nicht mit Rap aufgewachsen sind, können dies oft nicht nachvollziehen.
    Die Variabilität und Reichhaltigkeit von Rap kommt vorallem im letzten Rapsong des Stücks zutage, in dem Julia nach einem nachdenklichen A Capella mit softer ABAB-Struktur zu einem Flow-Massaker wechselt, weil sie meint, wahnsinnig zu werden. Romeo unterbricht nichtsahnend mit einem fröhlichen Lalala-Flow, bis auch er den nahen Tod erkennt und mit einem Doubletime-Inferno seinen Hass herausschreit. Am Ende nimmt er sein Schicksal an, wird langsamer und rappt neben dem Beat. Er hat aufgegeben.

    Romeo feat. Julia ist unseres Wissens das erste Projekt, das Rapflow als konsequentes Stilmittel in einem Theaterstück einsetzt.


    Kelvyn (Romeo) und Robin (Benvolio) auf der Bühne